Startseite Menü - Ahnenforschung Suche eMail an die Interessengemeinschaft Gästebuch

Geschichte des Wichertschen Erbhofs
in Tolksdorf und seiner Bauern
Von Dr. Erich Hippler    13/18

Vorstellung und Ziele der Interessengemeinschaft Wichert und Wiechertzurückvorwärts
Seite 139

Klein Körpen 22) auf den väterlichen Hof führte. Der Großvater seiner Frau, der Bauer Michael II. Krüger in Klein Körpen, hatte seine Ehefrau Barbara Schlesier im Jahre 1784 vom Schulzenhof in Tolksdorf geholt. Der Großvater Michaels II. wiederum, Petrus Krüger, war etwa 100 Jahre früher als Tolksdorfer Bauernsohn geboren. Dessen Vater Laurentius hatte, wie erinnerlich, im Jahre 1670 seine Ehefrau Erdmut Ludwich sogar vom Erbhof Nr. 7 gefreit. Die verhältnismäßig jungen
Beziehungen der Schwiegereltern des Anton Wichert des Jüngeren zu Tolksdorf mögen vielleicht beim Zustandekommen der Ehe mitgewirkt haben. Bemerkenswert ist, daß die Bande zwischen den Familien Wichert und Krüger später noch fester geknüpft wurden, als im Jahre 1866 der Sohn des Martin Wichert in Gr. Maulen, Karl mit Vornamen, Katharina Krüger, die Schwägerin seines Onkels Anton Wichert, heiratete.

Aber erst am 4. 7. 1849 erhielt Anton Wichert der Jüngere das Erbe auf Grund des Kaufvertrages vom gleichen Tage verschrieben. Der Kaufpreis des schuldenfreien Hofs betrug
1333 Rtl. 10 Gr. Davon be­kam der Käufer selbst 1160 Rtl. 20 Gr. zur Angleichung mit seinen Geschwistern; den Rest des Kaufgeldes mit 166 Rtl. 20 Gr. ließen die Verkäufer auf 3 Jahre zinslos stehen. Sie behielten sich folgendes Ausgedinge vor, dessen Vergleich mit dem Vertrag vom 17. 10. 1796 den fortschreitenden Wohlstand der Familie erweist: freie
Bewoh­nung und völlige Benutzung der beiden im Haus befindlichen kleinen Stuben, deren eine heizbar war, sowie eines von dem Annehmer noch einzurichtenden Söllers, dazu den Mitgebrauch des Kellers oder den Gebrauch eines auf Verlangen der Altsitzer für sie besonders einzu­richtenden Kellers, der gewölbt und mindestens 10 Fuß lang und breit sein sollte; freies und trockenes, auf Kosten des Besitzers anzufahrendes und kleinzumachendes Holz für Feuerung und Heizung; jährlich
12 Sch. Roggen, außerdem jedesmal, wenn im Gute gebacken
würde, 2 feine Roggenbrote in gewöhnlicher Größe;
5 Sch. Weizen, 2 Sch. Gerste, je ein Sch. graue und weiße Erbsen, 1/2 Sch. Graupengrütze, 1/4 Sch. Hafergrütze,
6 Stof Schwadengrütze, freies Geköch aus Garten und Keller oder nach der Wahl der Altsitzer 15 Sch. Kartoffeln und
1/2 Sch. Möhren; freies Haustrinken sowie allmonatlich 1/4 Tonne
Stadtbier und alle 14 Tage einen Stof Branntwein; den dritten Teil
des Obstes aus dem Garten und die Benutzung des Gartens mit den Obstbäumen am Gebäude; freie Wäsche und eine Dienerin ganz auf des Besitzers Kosten in gesunden wie in kranken Tagen; jährlich ein fettes Schwein nächst dem Besten, 8 fette Gänse,
6 Hühner zum Schlachten, 1 Viertel Rindfleisch, 2 Schöppsen,
2 junge Ferkel zum Schlachten; 1/2 Sch. Salz, 3 Schock Eier,
3 Schock Lichte, 2 Pfund Wolle, 3 Stein rein geschwungenen Flachses; 1 eiserne Kuh bei des Käufers


22) Geboren am 3. 3. 1823; ihre Eltern waren Michael III. Krüger und Elisabeth,
     geb. Salditt.

Vorstellung und Ziele der Interessengemeinschaft Wichert und Wiechertzurückvorwärts