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also 43 Rtl. 3 Gr. 2 Pf. Davon blieb der vierte Teil unablöslich als
Grundsteuer, die übrigen Dreiviertel konnten ganz oder teilweise
abgelöst werden. Außerdem hatte er den Wert des Inventars (Besatzes)
mit 103 Rtl. 61 Gr. 9 Pf. bis Trinitatis 1816 zu zahlen und bis dahin
mit 5 vom Hundert zu verzinsen. Von der ablöslichen Abgabe von 32 Rtl.
24 Gr. 15 Pf. befreite er sich bereits im Jahre 1818 durch Zahlung
einer Ablösungssumme von 806 Rtl. 80 Gr. 15 Pf. Am 11. 3. 1820
waren das Wohnhaus mit 70 Rtl., die Scheune mit 50 Rtl. und der Stall
mit 30 Rtl. bei der Ostpreußischen Feuersozietät versichert.
Aus der Ehe Antons und Theresias gingen vier Söhne und ebenso viele
Töchter hervor, von denen die älteste Tochter Anna, der zweite Sohn
Andreas und der dritte Sohn Johannes als Kinder starben. Die zweite, am
4. 6. 1806 getaufte Tochter Johanna heiratete am 26. 11. 1832 den
Freimann Joseph Eberlein in Tolksdorf. Die dritte Tochter Justina,
getauft am 10. 3. 1812, folgte am 14. 1. 1845 dem Schulzensohn
Vincentius Hennig auf den Schöndamerauer Schulzenhof. Am 13. 2. 1849
endlich gaben die Eltern ihre jüngste, am 12. 5. 1815 getaufte Tochter
Barbara dem Bauern Andreas Preuschoff in Betkendorf zur Frau.
Der
älteste Sohn Martin, der am 31. 8. 1798 getauft war, wurde am 9. 5.
1823 in Schalmey mit Euphrosina, Tochter des Freimanns Joseph Braun und
seiner Ehefrau Katharina, geb. Griehl, aus Anticken getraut. Er kaufte
den vier kulmische Hufen und 15 Morgen großen Freibauernhof in Groß
Maulen und gründete den dortigen Zweig der Familie Wichert.
Anton Wichert leitete den Hof vom 17. 10. 1796 bis zum 4.
7. 1849, also über ein halbes Jahrhundert hindurch. Damit dürfte er
also die längste „Regierungszeit" von allen Eigentümern gehabt haben.
Erst in seinem 81. Lebensjahr gab er die Zügel in die Hände seines
jüngsten Sohnes Anton. Als Altsitzer konnte er sich noch 11 Jahre an
dem Wohlergehen seiner Kinder und an seinen heranwachsenden Enkeln
erfreuen, bis er am 16. 11. 1860 im 92. Lebensjahr in die Ewigkeit
abgerufen wurde, wohin ihm seine Lebensgefährtin vor einem knappen Jahr
(am 27. 12. 1859) vorangegangen war. Die mündliche Überlieferung 21)
berichtet von ihm, daß er bis zum letzten Tage seines hohen Alters
regelmäßig täglich zur Kirche ging und, vom Kirchgang eben heimgekehrt,
sich plötzlich zur ewigen Ruhe legte.
Sein Sohn und Hoferbe Anton Wichert der Jüngere (getauft am 16. 6. 1809 in Tolksdorf) war infolge der langen Wirtschaftszeit seines Vaters 39 Jahre alt geworden, als er am 17. 11. 1848 - die Trauung fand in Langwalde statt - die Bauerntochter Justina Krüger aus
21) Mitgeteilt von Pfarrer Leonhard Braun.
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