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Geschichte des Wichertschen Erbhofs
in Tolksdorf und seiner Bauern
Von Dr. Erich Hippler    12/18

Vorstellung und Ziele der Interessengemeinschaft Wichert und Wiechertzurückvorwärts
Seite 138

sammen also 43 Rtl. 3 Gr. 2 Pf. Davon blieb der vierte Teil unablöslich als Grundsteuer, die übrigen Dreiviertel konnten ganz oder teilweise abgelöst werden. Außerdem hatte er den Wert des Inventars (Besatzes) mit 103 Rtl. 61 Gr. 9 Pf. bis Trinitatis 1816 zu zahlen und bis dahin mit 5 vom Hundert zu verzinsen. Von der ablöslichen Abgabe von 32 Rtl. 24 Gr. 15 Pf. befreite er sich bereits im Jahre 1818 durch Zahlung einer Ablösungssumme von 806 Rtl. 80 Gr. 15 Pf.  Am 11. 3. 1820 waren das Wohnhaus mit 70 Rtl., die Scheune mit 50 Rtl. und der Stall mit 30 Rtl. bei der Ostpreußischen Feuersozietät versichert.


Aus der Ehe Antons und Theresias gingen vier Söhne und ebenso
viele Töchter hervor, von denen die älteste Tochter Anna, der zweite Sohn Andreas und der dritte Sohn Johannes als Kinder starben. Die zweite, am 4. 6. 1806 getaufte Tochter Johanna heiratete am 26. 11. 1832 den Freimann Joseph Eberlein in Tolksdorf. Die dritte Tochter Justina, getauft am 10. 3. 1812, folgte am 14. 1. 1845 dem Schulzensohn Vincentius Hennig auf den Schöndamerauer Schulzenhof. Am 13. 2. 1849 endlich gaben die Eltern ihre jüngste, am 12. 5. 1815 getaufte Tochter Barbara dem Bauern Andreas Preuschoff in Betkendorf zur Frau.

Der älteste Sohn Martin, der am 31. 8. 1798 getauft war, wurde am 9. 5. 1823 in Schalmey mit Euphrosina, Tochter des Freimanns Joseph Braun und seiner Ehefrau Katharina, geb. Griehl, aus Anticken getraut. Er kaufte den vier kulmische Hufen und 15 Morgen großen Freibauernhof in Groß Maulen und gründete den dortigen Zweig der Familie Wichert.

Anton Wichert leitete den Hof vom 17. 10. 1796 bis zum
4. 7. 1849, also über ein halbes Jahrhundert hindurch. Damit dürfte er also die längste „Regierungszeit" von allen Eigentümern gehabt haben. Erst in seinem 81. Lebensjahr gab er die Zügel in die Hände seines jüngsten Sohnes Anton. Als Altsitzer konnte er sich noch 11 Jahre an dem Wohlergehen seiner Kinder und an seinen heranwachsenden Enkeln erfreuen, bis er am 16. 11. 1860 im 92. Lebensjahr in die Ewigkeit abgerufen wurde, wohin ihm seine Lebensgefährtin vor einem knappen Jahr (am 27. 12. 1859) vorangegangen war. Die mündliche Überlieferung 21) berichtet von ihm, daß er bis zum letzten Tage seines hohen Alters regelmäßig täglich zur Kirche ging und, vom Kirchgang eben heimgekehrt, sich plötzlich zur ewigen Ruhe legte.

Sein Sohn und Hoferbe Anton Wichert der Jüngere (getauft
am 16. 6. 1809 in Tolksdorf) war infolge der langen Wirtschaftszeit
seines Vaters 39 Jahre alt geworden, als er am 17. 11. 1848
 - die Trau­ung fand in Langwalde statt - die Bauerntochter Justina Krüger au
s

21) Mitgeteilt von Pfarrer Leonhard Braun.

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